Eigentlich bin ich ja ein grosser Fan von WordPress und der Community drum, aber in letzter Zeit ist mir eine Entwicklung aufgefallen, die mich sehr stark an einen grossen Betriebssystem Monopolisten erinnert (Man könnte hier auch “Suchmaschinen”-Monopolist einsetzen, das Bild ist das selbe). Anstatt das man Fremdanbietern die Möglichkeit gibt, sich zu etablieren, wird das Fremdprodukt entweder aufgekauft oder es wird ein “Konkurrenz”-Dienst dazu gestartet, welcher – durch die besseren Verbreitungsmöglichkeiten – schnell sehr erfolgreich wird.
Die wohl ultimative Verbreitungsmöglichkeit ist das Dashboard von Tausenden von Benutzern, welches neben dem “WordPress Development Blog” auch noch “Other WordPress News” verbreitet. Dazu kann man noch das WordPress.com Stats Plugin einsetzen und die Monopolisierungsmaschine läuft von alleine. Einziges Gegenmittel hier: Unter “Screen Options” diese Anzeigen deaktivieren. Dies hat dann aber zur Folge, dass man unter Umständen nicht immer auf die aktuellstesten Updates hingewiesen wird. Einziger Gegenpol dazu ist wohl noch das “Plugins” Widget, welches einem die Top-Plugins, die neusten und die zuletzt aktualisierten anzeigt. Aber die Top Plugins kann man auch schon als Monopolisiert betrachten. Anstatt dort die Aufsteiger oder sonst interessante Plugins anzuzeigen, werden immer wieder die gleichen Plugins in einer Endlossschleife abgeschpult.
Ein ganz grosser in diesem Geschäft ist WordPress Evangelist Matt Mullenweg. Automattic heisst seine Firma, die mittlerweile alles aus einer Hand anbietet, was der Durchschnittsuser braucht (oder man spielt den Benutzern einfach vor, dass er es braucht). Es werden erweiterte Kommentarmöglichkeiten (IntenseDebate), Single-Sign-On Avatare (Gravatar) und noch vieles mehr angeboten. Seit dem Aufkauf von Plinky kann man sich sogar “Inspirationen” für einen Blogpost abholen. Gerade Dienste wie Plinky bieten sich doch herrlich dazu an, eine eigene Propagandamaschine aufzubauen. Man “inspiriert” mit einem Eintrag hunderte Benutzer dazu, über das gleiche Thema zu schreiben. Auch ein eigener Spellchecker (AfterTheDeadline) wird angeboten. Dieser funktioniert nach dem selben Prinzip wie der Google-Spellchecker. Die Beiträge werden zum Server des Dienstes geleitet und somit weiss der Dienstanbieter in etwa, wieviele Benutzer, zu welchem Thema, welche Inhalte bloggen und dies noch bevor der Benutzer auf “Publish” gedrückt hat. All diese Dienste bieten uns Matt Mullenweg und seine Gefährten unter einem Dach an. Das kann doch nur zu Assoziationen mit anderen Monopolisten führen, aber hey, er “Contributet” ja “Open Source”. Das kann ja nichts böses sein.
Mir jedenfalls gefällt diese Entwicklung nicht. Ich setze WordPress bei vielen Kunden als Blog und CMS ein und werde in Zukunft sämtliche dieser Widgets deaktivieren, bevor ich noch mehr Anfragen erhalte, ob den Vaultpress nicht bessser sei, als das Backup, was ich meinen Kunden sowieso schon anbiete. Einige von den Kunden zahlen jetzt halt doppelt, für einen Service, der ihnen schon lange geboten wird. Fällt bei uns eine Webseite aus, ist sie – je nach SLA – innerhalb von fünf Minuten bis 12 Stunden wieder online (Wenn sie nicht sowieso schon in einem Cluster ["Cloud"] läuft). Aber Vaultpress kann das ja besser. Naja, mir solls egal sein. Ich werde für dein Einbau des Dienstes bezahlt und erhöhe dann die monatlichen Kosten noch, weil man das ganze ja auch warten muss. (Nein, dass ist keine Abzocke. Die Beiträge sind minimal und ich tu dafür auch wirklich was.)
So far… ich bin auf den nächsten Dienst gespannt.

