Reality-TV: Scripted-, Documented oder einfach nur Reality

February 28th, 2010 by fw

Nachdem die fragwürdigen Reality Shows, in denen sich regelmässig Hartz IV Empfänger zum Affen machen, das Nachmittagsprogramm bereits völlig im Griff haben, folgt nun auch langsam die Prime Time. Am Nachmittag kann man sich stundenlang an schlecht spielenden Amateurschauspielern ergözen, die nach einem lausigen Drehbuch ihre Sätze abrattern. Das ganze nennt sich dann Scripted Reality. Das wurde wohl eingeführt, weil die echte Realität langsam zu langweilig wird. Nicht ganz neu sind auch die Documented Reality Formate, in denen Ordnunghüter oder andere Personen auf Schritt und Tritt verfolgt werden.

Das Ausmass dieser Shows wird immer bizarrer. Der Spiegel berichtet gar von einer Familie, die im Anschluss vom ganzen Dorf verfolgt wurde und als Konsequenz daraus sogar umziehen musste. Scheiben wurden eingeschlagen und die Bewohner beschimpft. Die Familie galt als erfahrene TV Familie. Sie hatte bereits verschiedene Auftritte in Talkshows und Reality Formaten hinter sich. Trotzdem konnte sie wohl keinen Einfluss auf die lebendige Fantasie der Regisseure nehmen. Das gelingt den wenigsten. Im TV wird einfach nur gezeigt, was man zeigen will. In jeder Wohnung findet sich Dreck. Diesen filmt man fünf mal aus verschiedenen Richtungen und schon sieht es so aus, als sei die ganze Wohnung ein Schweinehaufen. Dasselbe gilt für Aussagen und Statements die gemacht werden. Man schneidet sämtliche Sympathie raus und am Schluss ist der ein wenig verrückte Familienvater ein Kindesmisshandler. Alles kein Problem, wenn man selbst entscheiden kann, was es auf die Bildschirme schafft und was nicht.

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Von der Idee zum Geschäftsmodell

February 28th, 2010 by fw

Nehmen wir, aus aktuellem Anlass, mal das Thema Blog Provider. Blog Netzwerke haben ihren Höhepunkt nach Meinung von vielen bereits überschritten und andere Trends wie Microblogging kommen als zusätzliche Konkurrenz noch hinzu. Aber Fakt ist, dass vor allem die grossen, kommerziellen Anbieter überlebt haben, während kleinere Anbieter immer mehr verschwinden. Wenn man die Leute nach ihrem bevorzugten Blog Provider fragt, ist die erste Antwort Google mit seinem blogger.com Angebot. Hinzu kommt dann nach einigem überlegen noch WordPress.com. Bei den Microblogging Diensten konnten sich neben Twitter noch soup.io und identi.ca durchsetzen. Beide dieser Alternativen starteten, so die Meinung vieler, als unabhängige Angebote. Doch hinter beiden Diensten stecken mittlerweile Firmen. Allerdings mag man diesen den Erfolg sicherlich mehr gönnen als Multinationalen Grosskonzernen wie Google.

Immer mehr Dienste, nicht nur im Bereich (Micro-)Blogging, bedienen sich mittlerweile dem Open Source Gedanken. Auf status.net findet sich eine Open Source Microblogging Software, aber auch die Möglichkeit sich einen “Hosted Account” mit kommerziellen Support anzulegen. Die gängige Praxis und ich finde das auch völlig legitim. Allerdings ist die eigentliche Praxis, wie diese Unternehmen Open Source “praktizieren”, meist sehr undurchsichtig. Denn Open Source bedeutet in meinen Augen, nicht nur seine Software unter einer entsprechenden Lizenz zu veröffentlichen, sondern auch den Gedanken dahinter zu leben. Man sollte sich gegenseitig fördern und nicht nur an das eigene Wohl denken, sondern stets auch die Community im Hinterkopf haben. Man sollte sich z.B. die Frage stellen, welchen Anbieter wähle ich für meine “Hosted Accounts”. Nehm ich einen Big Player oder versuche ich selber eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen.

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Der Fluch der Wahlmöglichkeit

February 28th, 2010 by fw

Heute bietet das Internet über eine Billion Webseiten, auf denen man zu wirklich jedem Thema mehr oder weniger seriöse Informationen findet. Auch die grossen Medienhäuser haben längst die unendlichen Möglichkeiten für sich entdeckt. Dabei sind sie allerdings auf ein Problem gestossen, dass sich freie Wahlmöglichkeit der Benutzer nennt. Immer seltener besuchen Benutzer eine einzelne Newsseite um sich zu informieren, sondern sie besuchen Blogs oder Soziale Netzwerke die ihren Interessen entsprechen. Auf diesen Seiten findet man dann ausschliesslich Links zu Themen die das jeweilige Informationsbedürfnis befriedigen. Diese Links zeigen dann entweder zu Blogeinträgen, Newsseiten oder sonstigen Quellen. Der Benutzer besucht also ausschliesslich einzelne Links, die er sofort nach dem Lesen wieder schliesst. Der Rest der Seite bleibt unbemerkt. Es wird für Seitenbetreiber somit immer schwerer Benutzer langfristig an das Angebot zu binden. Teilweise versucht man dem mit dem bereitstellen einer Community oder z.B. Flashgames entgegenzuwirken. Communitys erzeugen ein Zusammengehörigkeitsgefühl und Flashgames mit Ranglisten erzeugen Ehrgeiz. Beides kann Benutzer dazu bringen, das Angebot über eine lange Zeit immer wieder zu besuchen.

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Finanzplatzstrategie Schweiz – Im Westen nichts neues

February 25th, 2010 by fw

In einer Pressekonferenz hat Bundesrat Merz heute, dass schon im Dezember veröffentlichte Strategiepapier Finanzplatzstrategie Schweiz bekräftigt. Er wies darauf hin, dass OECD 26 weiter der Weg sei, der zu gehen ist. Auch sei es nicht nur die EU an der man sich orientieren muss, sondern man muss das ganze Global betrachten. Die Schweiz stehe nicht nur in Konkurrenz mit der EU, sondern auch mit dem fernen Osten und der USA. Neben OECD 26 müssten aber auch die bilateralen Verträge (Doppelbesteuerungsabkommen) weiterhin ausgehandelt werden, da jedes Land eine andere Ausgangsbasis hat. Ein konsolidierte Handhabung der EU Staaten gebe es nicht. Den auotmatischen Datenabgleich lehnte er auch weiterhin ab. Das sein ein untragbarer Eingriff in die Privatsphäre und würde der Schweiz jede Wettbewerbsfähigkeit nehmen.

Das Kernpunkte der Finanzplatzstrategie wurden also vom Gesamt-Bundesrat bekräftigt und die ~25 Massnahmen die sich im Anhang finden, seien nach wie vor aktuell. Also im Prinzip alles wie gehabt – Im Westen (und Osten) nichts neues.

Die Dossiers finden sich auf der Webseite des Finanzdepartements: http://www.efd.admin.ch/themen/00796/00917/index.html?lang=de

Ebenfalls findet sich dort eine Aufzeichnung der Pressekonferenz vom 16. Dezember 2009: http://www.tv.admin.ch/de/archiv?year=2009&month=12&video_id=216

Die heutige Pressekonferenz wird sicherlich in Kürze auf dem Portal tv.admin.ch zu finden sein. Die Tagesschau wird das ganze sicherlich im Verlauf des Tages noch thematisieren. Auf der Webseite wurde das ganze als Livestream übertragen. Auch die gestrige Pressekonferenz, die speziell das Thema “Schwarzgeld aus dem Ausland” beinhaltete, ist sowohl auf der Tagesschau Webseite, wie auch auf dem TV-Portal von admin.ch zu finden.

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Diskussion um GBL wird immer bizarrer

February 18th, 2010 by fw

Die Taz verlinkt einen Blogpost, in dem sich ein “Grossstadtsurvivor” über GBL auslässt. Am ganzen Post ist eigentlich noch das witzigste, dass man den “Spuckschluck” übrig lassen soll, weil sich GBL nicht richtig vermischt. Er übersieht dabei aber, dass es sich nach wenigen Minuten komplett vermischt. Wenn also der Cocktail nicht gerade auf “Ex” getrunken wird, ist der Tipp völlig nutzlos. Lächerlich wirds dann in den Kommentaren. Die Hälfte fragt “Wo kriegt man dieses Zeug” und die andere Hälfte verarscht die Fragenden mit Klopapier und “DuschDas”.

GBL scheint langsam zur Teeenie-Modedroge zu verkommen. Das ist nicht nur gefährlich, sondern für langjährige Konsumenten auch ärgerlich. Durch dieses Verhalten, wird jeder Konsument nun nicht nur mehr als Vergewaltiger verschrien, sondern er wird auch als nicht als voll genommen. Man kanns den Leuten nach etlichen Pro7-Sat1 Reportagen, die natürlich “vorbildlich” recherchiert waren, auch nicht mehr übel nehmen. Es ist so viel Falschinformation im Spiel, dass ein “Einstieger”, geschweige denn ein Angehöriger, nicht mehr zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit unterscheiden kann.

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